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Reportagen

Die IG Kultur Wil ist in eine neue Zukunft gestartet

Vor rund einem Jahr stand die IG Kultur Wil unmittelbar vor der Auflösung. Seither hat ein Vorstand ad interim den Verein neu strukturiert. An der Mitgliederversammlung vom Samstag, dem 16.Februar wurde die neue Führung einstimmig gewählt und die veränderte Strategie gutgeheissen.

Die IG Kultur Wil versteht sich als Dachorganisation, die sich für optimale Rahmenbedingungen für die Wiler Kulturschaffenden und – vereine stark macht. Künftig wird die IG von einem Vorstand geleitet, der unterschiedliche Fachbereiche abdeckt: Der Stadt­parlamentarier Sebastian Koller übernimmt das Präsidium.

Im Weiteren gehören der Vereinsleitung Erwin Böhi, Kantonsrat und Stadtparlamentarier, der Malerei-Unternehmer Jürgen Knopp sowie der Gastro­nom und Musikveranstalter Mirco Calabrese an. Der Be­triebs­wirt­schafter und Stadtparlamentarier Luc Kauf kümmert sich um die Finanzen; Susanne Kasper, ehemalige Stadträtin, amtet weiterhin als Revisorin.      

Arbeitsgruppen erarbeiten Lösungen  

Wie IG-Präsident Sebastian Koller an der Versammlung im Restaurant El pincho zum Wilden Mann ausführte, wird der neue Vorstand vor allem koordinative, administrative und repräsentative Funktionen übernehmen.

Flexible themenspezifische Arbeitsgruppen aus Interessierten werden Strategien und Lösungen in den Bereichen «Ressourcengewinnung», «Vernetzung», «Know-how-Transfer» sowie «Kulturpolitik» erarbeiten. Zum letzten Thema wird demnächst eine fraktionsübergreifende Gruppe von Mitgliedern des Stadtparlaments ihre Arbeit aufnehmen. Allfällige weitere Arbeitsgruppen werden nach Bedarf ins Leben gerufen.

Die IG will gemäss ihrem Präsidenten künftig auch auf verschiedenen Ebenen die Solidarität und die Kooperation unter den verschiedenen kulturell aktiven Vereinen und Einzelpersonen in Wil fördern.

Auch ein «Haus der Kultur», für das sich der vorherige Vorstand unter dem Präsidium von Rolf Benz sehr engagierte, bleibt ein weiterhin angestrebtes Ziel.

Kurse für kulturell Engagierte

In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule organisiert die IG künftig Workshops, die die spezifischen Kompetenzen von Kulturschaffenden und Kulturveranstaltern erweitern wollen, nach dem Motto: Hilfe zur Selbsthilfe. Den Auftakt machen drei Kurse zur wirkungsvollen Promotion von Kultur­anlässen in den gedruckten sowie in den sozialen Medien (26.Februar, 5.März, 12.März). (pd)

 

 

600 Jahre Zunft zum Grimmen Löwen

Eine Ausstellung zur Stadt- und Zunftgeschichte Diessenhofen

Ausstellung vom 03.11.2018 – 12.05. 2019

Aus Anlass des Jubiläums der "Zunft zum Grimmen Löwen" zeigt das Museum eine Ausstellung zur Zunft- und Stadtgeschichte.
Viele Zunftmitglieder prägten und prägen das gesellschaftliche, politische und auch kulturelle Leben in Diessenhofen wesentlich mit. Deshalb sind Zunft - und Stadtgeschichte eng miteinander verwoben. 

Diessenhofen zählt zu den frühesten Städtegründungen der Kyburger und damit zu den ältesten der Schweiz im Mittelalter. Die aussergewöhnliche Geschichte der Stadt wird von ihrer ersten Erwähnung im Jahr 758 über die Verleihung des Stadtrechtes bis in neuere Zeit anhand ausgewählter Exponate nachvollzogen.
Die Ausstellung kann auf die fundierten Recherchen des Historikers Markus Brühlmeier sowie die umfassende Zunftgeschichte von Hermann Sieber aufbauen. 
Viele lange gehütete Exponate, wie die Urkunde zur Bestätigung des Stadtrechts von 1178, die Kapitulationsurkunde von 1460, die Bestätigung des Zunftbriefs von 1418, den Ausscheidungsvertrag zwischen der Bürger- und der Ortsgemeinde von 1871 sowie andere Schätze der Zunft und der Stadtgemeinde werden erstmals im Original zu sehen sein. 

Ein Teil der Ausstellung befasst sich zudem mit bedeutenden Persönlichkeiten, die die Entwicklung von Stadt und Zunft prägten, wie dem Gründer der Zunft Johannes Truchsess (1397-1434), dem berühmten Arzt Johann Conrad Brunner (1653 - 1727), den verzweigten Familien Wegelin und Hanhart, den Künstler Carl Roesch (1884-1979) und August Schmid (1877-1955). 

Über viele Jahrhunderte hindurch, auf oftmals verschlungenen Pfaden, trotz Auseinandersetzungen und Eroberungen gelang es den Diessenhofenern bis heute ihr Stadtrecht und ihre Freiheiten zu bewahren.

Erstmals wurde die Siedlung Diessenhofen («Deozincova») mit einer Kirche im Jahr 757 urkundlich erwähnt.

Die Kyburger und später die Habsburger waren die ersten Stadtherren von Diessenhofen. Im Alltag der Diessenhofer spielten jedoch die Truchsessen eine wichtige Rolle. Sie übten im Namen der Stadtherren die Macht in Diessenhofen aus. Zur Zeit der Gründung der «Zunft zum Grimmen Löwen» fanden in Folge des Konstanzer Konzils (1414 - 1418) tiefgreifende politische Veränderungen statt.
Im 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts stand Diessenhofen unter der Herrschaft von Herzog Friedrich IV. von Habsburg-Österreich (1382 – 1439). Er verwaltete die habsburgischen Gebiete in der heutigen Schweiz. Nachdem Friedrich 1415 dem Gegenpapst Johannes XXIII. zur Flucht nach Schaffhausen verholfen hatte, erklärte König Sigismund von Luxemburg Herzog Friedrich den Reichskrieg. Zudem unterstellte er Diessenhofen direkt dem Heiligen Römischen Reich. Diessenhofen war ab 1415 freie Reichstadt.

Der Ritter Johannes Truchsess, genannt «Molli» aus dem Geschlecht derer von Hettlingen (1397 - 1434) gehörte der fünften Generation der Truchsesse in Diessenhofen an. Geschickt verstand er es auch unter der neuen Führung seine Position und seine Rechte in Diessenhofen für sich und seine Nachkommen zu sichern.

In Diessenhofen gab es zu dieser Zeit bereits eine Trinkstube, die sogenannte «Herrenstube». Die Mitglieder kamen vor allem aus der Oberschicht, dem Adel und den wohlhabenden Bürgern. Wann sie ins Leben gerufen wurde, ist nicht bekannt. Um 1418 spaltete sich die «Zunft zum Grimmen Löwen» von der «Herrenstube» um den adligen Truchsess «Molli» ab. Die Gründe für diese Abspaltung sind nur eine von vielen Geschichten, denen in der Ausstellung nachgegangen wird.

Sonderveranstaltungen

u.a.

  • Neujahrsapéro Sonntag, 20. Januar 2019 11:00 Uhr
  • „Von Zunft zu Zunft“ Donnerstag, 14. Feb 19: 00 Uhr

Öffnungszeiten

SA 15- 18 Uhr
SO 14 – 18 Uhr

Museum kunst + wissen Diessenhofen
Museumsgasse 11
8253 Diessenhofen

Führungen nach Vereinbarung

In Wil den Patriotismus gestärkt

Am Vorabend des zweiten Weltkrieges beschlossen Politiker auf eidgenössischer Ebene, dass im Schweizer Volk der Widerstand gegen die braune Gehirnwäsche zu stärken sei. Dabei setzten sie auch auf die Leinwand als wirkungsvolles Instrument. In der Äbtestadt fanden die Zürcher Filmleute das passende Dekor für ihre Schlüsselproduktion. Der seinerzeit auf dem Hofplatz gedrehte Film gilt heute als wichtiges Zeitdokument.

Helle Aufregung im Coiffeur­salon Wiederkehr an der Wiler Marktgasse. Ein Kunde liest ein Flug­blatt mit einer Schreckens­nachricht vor: „Allgemeine Mo­bilmachung der Schweizeri­schen Armee für morgen Vormittag.“ Aufge­regt werden die Köpfe zusammengestreckt. Verzweifelt fragt ein dürrer Herr mit einge­seiftem Kinn: „Was muss man auch machen?! Was wird auch aus mir?!“

Die dramatischen Eingangs­szenen für `Füsilier Wipf` wurden in einem Studio gedreht. Durch geschickten Zusammenschnitt mit den Aussen­aufnahmen entsteht der Eindruck, sie würden in der Ladenpassage unweit des Hofes spielen. Aufnahmen über die Dächer der Altstadt un­ter­streichen den Eindruck.

Erste Garde des Schweizer Films

Damals sehr bekannte Charakterdarsteller wie Zarli Carigiet, Sigfrit Steiner, Alfred Rasser, Elsi Attenhofer, Lisa della Casa und Emil Hegetschwiler agierten vor der Kamera. Letzterer spielte den etwas knorrigen Inhaber des fiktiven Wiler Haarfachgeschäfts. Sein junger Gehilfe namens Reinhold Wipf, verkörpert von Paul Hubschmid, ist die Hauptfigur im Film. Mit diesem Auftritt schaffte der Aargauer seinen Durchbruch für die internationale Karriere.

Im Verlauf der Handlung entwickelt er sich vom etwas linkisch wirkenden und verweichlichten Jüngling zu einem bodenständigen Mann und senkrechten Schweizer. Für diesen Reifeschub sorgte sein Einsatz im Militär während der Grenzbesetzung von 1914-18 in verschiedenen Landes­gegenden. Sein väterlicher Mentor war dabei sein Dienstkamerad Leu, gespielt von Heinrich Gretler.

Publikumsmagnet

Der Film mit dem vollständigen Titel `Füsilier Wipf. Aus der schweizerischen Grenzbesetzung 1914/1918` traf 1938 den Nerv der Zeit. Innerhalb eines Jahres hatte ihn jeder dritte Schweizer Einwohner gesehen. An der Landi 1939 wurde er zum Aushängeschild.

Angesichts der immer unverschämteren Drohgebärden der Braunhemden jenseits von Bodensee und Rhein, blickten viele Schweizerinnen und Schweizer sorgenvoll in Zukunft. `Füsilier Wipf` gab ihnen die Gewissheit, dass sich Widerstand lohnt.  

Identität fördern  

Um dem penetranten Herrenrasse- Geschwätz und dem zunehmenden Säbelrasseln etwas entgegenzusetzen, rief das nationale Parlament eine mentale Gegenbewegung ins Leben: die geistige Landesverteidigung.  Sie sollte den Willen zur Selbstbestimmung, zur Wehrhaftigkeit sowie der Pflege der eigenen Werte und Bräuche in der Schweizer Bevölkerung fördern.

Immerhin gab es damals in der Schweiz verschiedene Bewegungen, die Nazi-Propaganda betrieben. Beispielweise waren bei der `Nationalen Front` 750 Mitglieder eingetragen. Wie viele stille Sympathisanten die „Fröntler“ hatten, ist unbekannt. Historiker nehmen heute an, dass das totalitäre Gedankengut auch in bürgerlichen Parteien immer mehr Fuss fasste.

Einige Eidgenossen meldeten sich als Freiwillige zur SS. Und es wurden von Schweizern militärische Geheimnisse an Nazi-Deutschland verraten. 17 verurteilte  Landesverräter wurden exekutiert. Der St. Galler Ernst S., der durch einen Film von Niklaus Meienberg besondere Bekanntheit erlangte, wurde am 11.11.1942 zwischen Oberuzwil und Jonschwil hingerichtet.     

Verschiedene Gelehrte, Schriftsteller und Politiker waren ursprünglich die Initianten der sogenannten geistigen Landesverteidigung, die bis in den kalten Krieg aktiv war.

Bewegende Bilder

Als das Fernsehen noch unbekannt war, konnte man die Köpfe und die Herzen der Menschen mit Kinofilmen besonders wirkungsvoll erreichen. Starke Charaktere und eindrückliche Aufnahmen aus der Walliser Bergewelt sowie von den jurassischen Wäldern und den Tessiner Seen verfehlten ihre emotionale Wirkung in `Füsilier Wipf` nicht.

Gleichzeitig veranschaulichte das bis anhin beschauliche Leben in der kleinstädtischen Gemeinschaft die Schweizer Identität, die von der Wehrmacht akut bedroht schien. Am Wiler Goldenen Boden vor  dem trutzig wirkenden Hof fanden die Zürcher Filmleute die ideale Kulisse um sie kameragerecht ins Bild zu setzen.

Eine in die Handlung eingeflochtene Liebesgeschichte steigerte die Wirkung des Films. Während Reinhold Wipf anfänglich mit der etwas schwärmerischen und unreifen Tochter seines Meisters verlobt ist, findet er im Finale in einer währschaften Bauerntochter (Lisa della Casa) seine grosse Liebe.      

Schlüsselfilm

Mit der Produktion `Füsilier Wipf` wurde in den Schweizern Selbstver­trauen, Gemeinschaftssinn und Widerstandswillen gestärkt. Nach dem grossen Publikumserfolg produzierte die Praesens-Film 1941 die weiteren Werke `Landmann Stauffacher` sowie `Gilberte de Courgenay`, deren Botschaft in die gleiche Richtung zielt.  

Sie alle gelten heute als Klassiker der Schweizer Filmgeschichte, Fachleute zählen `Füsilier Wipf`  zu den Schlüsselfilmen der geistigen Landesver­teidigung. Er gibt nachfolgenden Generationen einen Eindruck vom damaligen Zeitgeist.

Noch immer wird er in Retrospektiven gezeigt, so etwa 2016 im Cinema Luna in Frauenfeld.

Der Film ist auch als DVD im Handel erhältlich.

Bewährte Fachleute

In Frauenfeld ist beim Verlag Huber 1917 die Grundlage für das Filmdrehbuch erschienen. Autor der gleichnamigen Novelle war der Zürcher Schriftsteller und Gymnasiallehrer Robert Faesi (1883-1972. Die Filmregie führte der aus Wien geflohene Jude Leopold Lindtberg, der als Regisseur am Zürcher Schauspielhaus wirkte. Als Co-Regisseur wurde Hermann Haller engagiert. Der Zürcher hatte seine theoretischen und praktischen Film­kennt­nisse in Deutschland erworben. Er wirkte beispielsweise am bis heute bekannten Bergdrama `Weisse Hölle am Piz Palü` mit. Der bildstarke Stummfilm kam 1929 in die Kinos, wo er das Publikum in Massen anzog.

Während der Nazizeit kehrte Haller in die Schweiz zurück.
Nach Kriegsende setzte er seine Filmkarriere in Deutschland fort und wirkte an Karl May- und Edgar Wallace-Verfilmungen mit. Haller wurde als erfahrener Experte technisch wenig versierten Regisseuren an die Seite gestellt. So dürfte er auch den kaum filmerfahrenen Lindtberg beratend  unterstützt haben.   

 

Als Detektiv Diessenhofen erkunden

Schatzsucher aufgepasst:

Seit Ostern ist in Diessenhofen eine Schatztruhe versteckt. Die sogenannten Detektiv-Trails sind ein Rätselerlebnis für Familien, Vereine, Paare, Schulen und Firmenausflüge: Schatzkarte herunterladen, Rätsel lösen, Schatztruhe finden und sich seinen Sofortpreis sichern, so einfach geht das. Dabei erfahren die Schatzsucher erst noch viel Wissenswertes über die Region.

Schweizweit sind bereits über zehn solche Trails in Betrieb und ebenso viele stehen vor ihrer Eröffnung.

Startpunkt Bahnhof Diessenhofen
Die Schatzsuche be­ginnt am Bahnhof Diessen­hofen, wo die Teilnehmer das erste Rätsel lösen. Anschliessend gilt es, den beschriebenen Spuren und Wegbeschreibungen zu folgen. Dabei kommen die Teil­nehmer immer wieder an Rätselposten vorbei, wo wei­tere Rätsel warten, die durch Hinweise an diesem Ort gelöst werden können. Ein Start ist dabei jederzeit und ohne Voranmeldung möglich.

Rätsel lösen, Schatztruhe finden, Preis erhalten

Am Ende der Route finden die Detektive eine Schatztruhe. Der vierstellige Zahlencode zur Öffnung der Schatztruhe errechnet sich aus den Lösungen der einzelnen Rätsel. Wenn sich die Schatztruhe öffnet, können die Teilnehmenden den darin enthalten Sofortpreis mitnehmen.
Die Detektiv-Trails sind ein Rätselerlebnis für Familien, Vereine, Paare Schulen und Firmenausflüge und damit gleichermassen für Kinder und Erwachsene konzipiert.
Die Detektiv-Trails kosten CHF 8.- pro Person und die Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich. Ausser, dass man die Öffnungszeiten der Ziel­destination beachten soll­te, kann somit jeder Trail- Absolvierende selbst ent­scheiden, wann die Schatzsuche beginnen soll.

Als App und Print-Version herunterladen oder am Bahnhofkiosk erhältlich

Der Detektiv-Trail kann mit Hilfe der Detektiv-Trail App mit dem Smartphone (iOS und Android) oder mit Hilfe einer ausgedruckten Schatzkarte absolviert werden. Die gedruckte Schatzkarte können Interessierte ab 31. März am Kiosk in Diessenhofen kaufen oder via Internet unter www.detektiv-trails.com herunterladen.

Die Detektiv-Trails sind ein Produkt der MyCityHighlight AG (www.mycityhighlight.com) aus der Schweiz.

MyCityHighlight ist ein interaktiver, aktueller, persön­licher, all-in-one Reiseführer und Reisebegleiter.

Mit seinen Produkten (Website, App, Print-Reiseführer, Audio-Guides, Rätseltouren, Bu­chungs­plattform) bietet MyCityHighlight Reisenden und Einheimischen unvergessliche und besondere Reiseerlebnisse.

Über 600‘000 Personen nutzten und nutzen MyCityHighlight bereits für Ihre Reisevorbereitung und während der Reise selbst.

«Alte Kunst neu entdeckt!»

CUENDETKUNSTGALERIE
Äussere Obergasse 2C – 8353 Elgg
www.cuendetkunst.ch

Ausstellung geöffnet: jeweils am Freitag 09:00 – 12:30 und 14:00 – 18:00 Uhr

François Bocion (Lausanne 1828 – 1890 Lausanne)

Venedig - Basilika di Santa Maria – Öl auf Leinwand – 25.5 x 36 cm

Eine wunderbar atmosphärische Szene, welche die Stimmung an einem leicht verhangenen Tag kurz nach einem leichten Regenschauer wiedergibt. Einige Passanten flanieren zeitlos an der Riva deli Schiavoni. Im dunstigen Hintergrund ist die Basilika di Santa Maria della Salute zu erkennen.

 

Ludwig Richter (Dresden 1803-1884 Dresden)

Rastende Familie mit Ziegenherde - Feder u. Pinsel in Braun 16.7 x 24.2 cm - Erstellungsdatum: 1847

Eine ländliche Szene. Eine Familie am Waldrand, eine Mutter mit Kindern, dazu ein Hund und ein dudelsackspielender Hirte. Im Hintergrund auf einer Anhöhe eine Burg. Ein junger Wanderer zieht vorbei, bereit die grosse weite Welt zu entdecken. Diese Idylle berichtet uns vom Einklang des Menschen mit der Natur, vom einfachen Leben draussen auf dem freien Feld und vom glücklichen und harmonischen Zusammensein im Kreis der Familie.

 

Julius Schnorr von Carolsfeld (Leipzig 1794 – 1872 Dresden)

Romeo und Julia auf dem Balkon – Bleistift und Kohle mit roter Kreide, weiss gehöht - 27 x 19.5 - 1820 – signiert unten links

Wildromantische Szene auf dem Balkon. Bei Sonnenaufgang gestehen sich Romeo und Julia ihre Liebe und vereinbaren sich bald trauen zu lassen.

 

 

Neu eingelieferte Kunstwerke

CUENDET KUNSTGALERIE

(Bild Karl Uelliger) "Vor Winteranfang" ist das kleine Aquarell (13 x 20 cm) von Karl Uelliger (1914 - 1993) betitelt. 
Winterlich anmutende Bäume in zartem Blau, eine Sonne kurz vor Sonnenuntergang und ein urtümliches Tierwesen auf der linken Seite des Blattes. Auf der Erde ruht der erste Schnee.
Insgesamt eine sehr intime und stimmungsvolle Komposition. Karl Uelliger wurde in Saanen als fünftes von sieben Kindern geboren. Er wächst unter ärmlichen Verhältnissen als Verdingbub auf.
Die Begabung für die Malerei zeigt sich schon in seiner Jugend. Er wird aber nicht gefördert. Später arbeitet er als Holzfäller, Senn oder Gelegenheitsarbeiter. 1950 heiratet er Hanna Montfort aus Freiburg i. Br. Sie ermöglicht ihm die Zuwendung zur Malerei durch die Annahme einer Anstellung im St. Galler Rheintal. Es folgen erste Ausstellungen. 1968 erwirbt das Paar ein altes Bauernhaus in Dicken, dessen Fassade, Wände und Mobiliar Karl Uelliger als Gesamtkunstwerk mit Malereien verziert. 1993 stirbt er unerwartet knapp 80 jährig.

(Bild Ferdinand Gehr) Der in Niederglatt SG geborene Ostschweizer Künstler Ferdinand Gehr (1896-1996) gehört zu den bedeutendsten Meistern der Sakralkunst des 20. Jh. in der Schweiz. Er arbeitete zuerst als Stickereizeichner, besuchte dann die Kunstgewerbeschule und absolvierte diverse Studienaufenthalte im Ausland. Er lebte in Altstätten SG und starb im Alter von 99 Jahren. Bekannt wurde er auch für seine Blumenaquarelle und seine Farbholzschnitte. Der dargestellte Holzschnitt auf Japanpapier (17 x 24 cm) zeigt eine Blumenkomposition vermutlich mit Geranien.

(Bild Hans Schoellhorn) Hans Schoellhorn wurde 1892 in Winterthur geboren. Schon früh galt seine Leidenschaft der Kunst, was von seinem Vater, damaliger Besitzer der Brauerei Haldengut, nicht gerne gesehen war. Dennoch konnte er am Technikum Gebrauchsgrafik studieren. Aufgrund seines Erfolges erhielt er Gelegenheit sein Studium an der École des beaux arts in Genf weiter zu führen. Diese Stadt wurde ihm zur zweiten Heimat. Er pflegte dort den Umgang mit Genfer Künstlern wie Barraud und Vautier. Er wurde unter anderem bekannt durch seine lebendigen Zirkusdarstellungen und seine Bewunderung für Artisten, Clowns und SeiltänzerInnen. Er selbst folgte im eigenen Wohnwagen dem Zirkus Knie auf seiner Tournee durch die Schweiz. Er verstarb 1982 in Winterthur.Das dargestellte Aquarell (13.5 x 19 cm) zeigt einen Clown während der nächtlichen Darstellung im Park. Die Ausstattung des kleinen Zirkus wirkt etwas improvisiert. Nur wenige Zuschauer folgen dem Spektakel.

(Bild Henri Schmid) Der 1924 geborene Winterthurer Künstler Henri Schmid machte eine Ausbildung als Lithograph und Grafiker, kehre jedoch diesem Beruf bald den Rücken, und schlug die Laufbahn des freien Künstlers ein. Obwohl er Winterthur zeitlebens treu blieb und auch lange als Präsident der Künstlergruppe Winterthur amtete, war er häufig auf Reisen u.a. in Südfrankreich, Spanien und Nordafrika. Er erhielt viele Auszeichnungen für sein reiches Werk. Henri Schmid verstarb 2009 in Winterthur. 
Zu den von Henri Schmid bevorzugten Gegenden gehörte auch das Tösstal, welches Gegenstand des dargestellten Aquarells (57 x 68 cm) ist. Im Vordergrund weiden einige Kühe. Im Hintergrund hinter den weitläufigen Hügeln sind die Glarner Alpen zu erkennen.

 

14.07.2018

CUENDET KUNSTGALERIE

Im Elgger Dorfkern gelegen bietet die CUENDET KUNSTGALERIE seit März dieses Jahres ein reiches internationales Angebot an Kunstwerken vom 18. bis zum 20. Jahrhundert zum Verkauf an. Die Kunden erhalten Werke in hoher Qualität und in einwandfreiem Zustand. Ein Schwerpunkt liegt bei der Schweizer Kunst des 19. Jahrhunderts, ein anderer bei der deutschen Kunst derselben Epoche.

Nehmen wir als Beispiel den Westschweizer Künstler François Bocion (1828 – 1890), bis heute einer der prominentesten Maler des Lac Léman, der mit seinen frühimpressionistischen Ölstudien oder seinen grossformatigen Salonstücken die differenzierte Farbigkeit des Sees mit seinen feinen Nuancen erfasste. Bocion wuchs in Lausanne auf, erhielt ersten Zeichenunterricht bei C.G. Steinlen, verbrachte später einige Zeit in Paris wo er u.a. im Atelier seines Landsmannes Charles Gleyre verkehrte. Später wurde er in die l’Ecole industrielle de Lausanne als Zeichenlehrer berufen. Es entstand ein reiches Werk der Landschaftsmalerei mit den Themenschwerpunkten Lac Léman, Venedig und Côte d’Azur, welches fast in sämtlichen Schweizer Museen vertreten ist.

In der Kunstgalerie werden zurzeit einige sehr schöne Exponate seines Schaffens vorgestellt. So eine Ansicht bei Le Bouveret auf der Südseite des Genfersees auf Montreux mit dem Dent de Jaman und den Rochés de Naye.

Weitere Schweizer Künstler, die angeboten werden sind u.a. Alexandre Calame, Rudolf Koller, Gottfried Steffan, Wolfgang Adam Töpffer und Robert Zünd.

Ausserdem können Kunstwerke des 20 Jh. von Zürcher Künstlern wie Helen Dahm, Adolf Herbst, Robert Lienhard, Henri Schmid, Robert Wehrlin und Rudolf Zehnder erworben werden.

Ein Vertreter der deutschen Kunst ist Jakob Philipp Hackert (1737 - 1807). Er ist einer der bedeutendsten deutschen Landschaftsmaler des frühen Klassizismus. Er begann mit seiner Ausbildung in der Werkstatt seines Vaters und setzte diese später in der Berliner Akademie fort. 1765 reiste er nach Paris, wo er u.a. den Maler Claude Vernet kennenlernte.  1768 rund 3 Jahre später besuchte er erstmals zusammen mit seinem Bruder Italien.

Eine in der Kunstgalerie ausgestellte grossformatige Tuschezeichnung Hackerts weist auf eine bedeutende historische Begebenheit hin.

Dargestellt sind die Emissario die Claudio, die rund 100 km östlich von Rom liegen. Es handelt sich um die Auslässe eines von Kaiser Claudius begonnenen Entwässerungstunnels zur Wasserregulierung des 1875 trocken gelegten Lago Fucino, dem damals grössten Binnengewässer Mittelitaliens. Im Jahre 52 liess Claudius dort die grösste je stattgefundene Inszenierung einer Seeschlacht auf dem erwähnten See veranstalten, in der tausende von Sklaven in Schiffen gegeneinander zum Kampf antraten. Auch J.W. v. Goethe schreibt über Hackert: «Im Jahre 1774 machte P.H. in Gesellschaft des Raths Raiffenstein eine Reise nach Aquila u. Arezzano, um den Lago Fucino und das höchst merkwürdige Stück der römischen Baukunst, das von Kaiser Claudius zur Ableitung der in einer tiefen Gegend immer angehäuft stehenden Wasser errichtet war, und noch jetzt unter den Namen des emissario di Claudio bekannt ist, zu besehen.»

CUENDET KUNSTGALERIE an der Äusseren Obergasse 2C hat jeweils am Freitag von 9:00 bis 12:30 und von 14:00 bis 18:00 geöffnet.

 Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

CUENDET KUNSTGALERIE
Michel Cuendet
Äussere Obergasse 2C
CH - 8353 Elgg
+ 41 (0) 52 366 21 10